Wie finde ich meinen Sinn?

Written by on 27. Juni 2021

Wie finde ich meinen Sinn?

Das ist ganz häufig eine der ersten Fragen an mich, wenn Coachees oder Teilnehmende in meinen Trainings mit mir über Leadership sprechen:

„Ja, klar, mein Job soll Sinn haben und ich will einen Beitrag leisten, aber wie kann ich denn den Sinn in meinem Tun erstmal für mich selbst klären?“


Viele Wege führen nach Rom

Den wichtigsten Schritt überhaupt hast du schon getan. Du hast die Frage nach dem Sinn anerkannt und bist bereit, dich mit ihr auseinanderzusetzen. Und das ist sehr sinnvoll. Denn die Studien von Gallup und anderen Instituten zeigen immer wieder, dass ungeklärte Sinnfragen bei der Arbeit zu geringer emotionaler Bindung an das Unternehmen führen:

  • Nur eine*r von acht Mitarbeitenden erkennt Sinn in ihrer oder seiner Tätigkeit.
  • 83 % der Mitarbeitenden haben keine oder eine nur geringe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber.

Führung muss also für Sinn sorgen. Und dafür müssen Führungskräfte zu allererst Sinn in ihrer eigenen Tätigkeit finden. Sonst kann ihr Führungshandeln nicht gelingen.

Für diese Beschäftigung mit dem Sinn gibt es unterschiedliche Methoden und Instrumente. Ich setze in meinen Trainings und Coachings vor allem zwei davon ein: Die Frage nach dem persönlichen „Why“ auf Basis der von Simon Sinek entwickelten Golden Circles und die aus Japan stammende Methode des Ikigai.


Die Antwort auf die Frage nach deinem persönlichen „Why“

Vielleicht hast du den berühmten TED Talk von Simon Sinek („How great leaders inspire action“) schon einmal gesehen. Es geht um die Frage, warum die Strategien und die Kommunikation so vieler Unternehmen nicht erfolgreich sind. Zu viele von ihnen reden über das „What“ ihres Angebots, also über ihre Produkte oder Dienstleistungen. Oder bestenfalls über ihr „How“, also darüber wie sie ihre Leistungen erbringen. Nur wenige schaffen es aber, ihren potenziellen Kunden zu erklären, warum sie das tun, was sie tun. Was ihr „Why“ bzw. ihr „Wofür“ ist. Darin aber liegt die Magie. Denn Kunden kaufen nach Simon Sineks Erkenntnissen nicht das, was ein Unternehmen tut, sondern warum es das tut. Wir kaufen also keine Produkte von Apple, weil Apple zufällig Mobiltelefone oder Laptops herstellt, sondern weil Apple seit vielen Jahren seine Philosophie des „be different“ kultiviert.

Das Modell der Golden Circles lässt sich auch auf einzelne Menschen übertragen. Du kannst Schritt für Schritt der Frage nachgehen, was eigentlich dein ganz persönliches „Why“ ist. Es gibt Bücher wie zum Beispiel Simon Sineks „Finde Dein Warum“, die dir bei der Vorbereitung helfen. Du kannst dich allein oder in einer Gruppe, online oder offline auf die Suche nach deiner Erinnerung an die Geschichten machen, die dein bisheriges Leben geprägt haben. Nach und nach wird sich herauskristallisieren, was dein ganz persönliches „Why“ ist.

Du wirst auf diesem Weg vielleicht hier und da zögern, noch mal einen Schritt zurück gehen oder dir zwischendurch Feedback von anderen einholen. Aber am Ende wirst du dich der Antwort nähern. Du wirst herausfinden, was dein „Why“ ist, wofür du arbeiten willst und warum du als Leader Verantwortung übernehmen willst.


Die Suche nach deinem Ikigai

Ikigai stammt aus dem Japanischen und setzt sich aus den Worten für Leben (iki) und Wert (gai) zusammen. Der Begriff lässt sich also mit Wert des Lebens oder auch lebenswert übersetzen. Mit einem etwas weiteren Blickwinkel lässt sich Ikigai auch als wofür es sich zu leben lohnt oder Freude am Leben übersetzen.

Damit kommen wir der Frage nach dem Sinn des eigenen Tuns als Mensch, als Mitarbeiter und als Führungskraft schon sehr nahe. Es geht einfach darum, zu klären, wofür du jeden Morgen aufstehst.

In Japan wird die Tradition des Ikigai und die Erfüllung, die die Menschen darin finden, sehr hochgehalten. Vielleicht ist sie sogar einer der Gründe dafür, dass die Lebenserwartung in Japan deutlich höher ist als in anderen Ländern.


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Um den Sinn des Lebens zu ergründen und dein Ikigai zu finden, solltest du dich mit den folgenden vier wichtigen Fragen befassen und versuchen, deine Antworten zu finden:

  • Was ist es, was du liebst? Was macht dir Freude? Was ist deine Leidenschaft?
  • Was kannst du gut, vielleicht sogar besonders gut? Was sind deine Stärken?
  • Wofür wirst du bezahlt? Womit kannst du Geld verdienen?
  • Womit leistest du einen Beitrag, der die Welt zu einem besseren Ort macht?

Wenn du deine Antworten auf die vier Fragen gefunden hast, dann lohnt es sich, im nächsten Schritt auf die Schnittmengen zu gucken:

  • Da, wo Freude und Stärke zusammentreffen, da kann Leidenschaft (Passion) entstehen. Wofür brennst du, was kannst du stundenlang tun und dabei die Zeit vergessen?
  • Wo sich deine Freude mit dem paart, was die Welt zu einem besseren Ort macht, da liegt deine Mission. Welches Problem möchtest du lösen und wodurch leistest du einen Beitrag zu einer Welt, in der du leben möchtest?
  • In der Schnittmenge deiner Stärken mit den Tätigkeiten, mit denen du Geld verdienst, liegt dein Beruf. Vielleicht gibt es aber auch Tätigkeiten, mit denen du Geld verdienen könntest, auch wenn du das bisher noch nicht tust.
  • Deine Berufung kannst du finden, wenn du darauf schaust, wofür du einerseits Geld bekommst oder bekommen könntest und was andererseits einen Beitrag leistet.

Jetzt bist du noch einen Schritt näher an deinem Ikigai! Denn dein Ikigai ist genau dort, wo sich alle Kreise treffen. Dort ist das, wofür du brennst, was du wirklich gut kannst, was gut ist für eine Welt, in der du leben möchtest und wofür du bezahlt wirst.

Natürlich beschreiben dein „Why“ oder dein Ikigai einen idealen Zustand. Und vielleicht hast du das Gefühl, dass du noch ein Stück weit davon entfernt bist. Aber du schaffst Klarheit, wohin deine Reise gehen soll, was der Nordstern in deinem Leben ist. Und den zu finden ist wichtig! Für dich als Mensch und für dich als Führungskraft. Denn nur wenn du weißt, wofür du brennst, kannst du auch andere anstecken.


Wie ist deine Meinung dazu?

Ich bin gespannt, ob du eine dieser Methoden für dich anwendest. Und wenn du sie schon genutzt hast, dann freue ich mich, von deinen Erfahrungen zu hören oder zu lesen.

Melde dich gerne bei mir, abonniere den Blog, schreib an info@smartleadership.today und lass uns ins Gespräch kommen.

BE.DIFFERENT.
LEAD.SMART.





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